Print Friendly, PDF & Email

Zum ersten Mal seit 2008 macht die Alpenrepublik Plätze gut und erreicht Rang 19. Für sein Ranking untersuchte das Weltwirtschaftsforum (WEF) 138 Staaten.

Spitzenreiter im Global Competitiveness Index 2016–2017 (GCI) ist weiterhin die Schweiz mit 5,81 Punkten. Maximal möglich sind 7 Punkte. Dahinter folgen unverändert Singapur (5,72) und die USA (5,70). Die Niederlande (5,57) schoben sich erstmals vor Deutschland (5,57). Auf dem sechsten Platz liegt Schweden (5,53), auf dem siebenten UK (5,49), den achten belegt Japan (5,48), den neunten Hongkong (5,48). Finnland (5,44) schließt die Top Ten ab.

Eine Detailanalyse der Schweiz zeigt, dass sie den höchsten Punktestand seit Einführung der aktuellen Index-Methode erreichte. In zehn der elf Pfeiler des Rankings ist dieser Staat unter den Top Ten, vier davon führt er an: Arbeitsmarkteffizienz, Ausgereiftheit der Wirtschaft, Innovation sowie Bereitschaft für neue Technologien. Aus Sicht der Autoren/-innen verfügt die Schweiz über eines der fruchtbarsten Ökosysteme für Innovationen, kombiniert ein förderliches politisches Umfeld und Infrastruktur, akademische Exzellenz, eine unübertroffene Kapazität zum Anlocken der besten Talente, multinationale Konzerne (die oftmals ihre Branche anführen) sowie ein enges Netzwerk von Klein- und Mittelbetrieben in allen Branchen, die für ihre Qualität und ihr Innovationsstreben bekannt sind. Zusätzlich führt die enge Zusammenarbeit von akademischer und Unternehmens-Welt zu innovativen Produkten mit kommerziellen Anwendungsmöglichkeiten.

Schwächen der Schweiz sind die andauernde Deflation (1,1 Prozent im Jahr 2015), das relative Fehlen von Marktwettbewerb, Hindernisse für Unternehmensgründungen, vergleichsweise hohe Eintrittsbarrieren und der relativ geringe Frauenanteil an der arbeitenden Bevölkerung im Vergleich zu anderen Industriestaaten.

Österreichs Reihung auf Platz 19 verbesserte sich im Vergleich zu 2015 (23. Platz), die Punkteanzahl bleibt seit Jahren konstant bei rund 5,2 (2016: 5,22). Positiv wirkten sich das geringere Budgetdefizit 2015 im Vergleich zu 2014 aus. Die befragten Manager/-innen wiederum nehmen die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte besser wahr, auch haben sie den Eindruck, dass im Vergleich zum Vorjahr Kapital leichter verfügbar ist.

Sowohl die sechs vor Österreich platzierten Staaten als auch die sechs dahinter liegen innerhalb einer sehr geringen Spannweite von unter 0,1 Punkten:  Neuseeland hat 5,31 Punkte (Platz 13), Malaysia erhält 5,16 Punkte (Platz 18).

Die Staaten mit der geringsten Wettbewerbsfähigkeit sind ab dem 134. Platz Malawi (3,08 Punkte), Burundi (3,06), der Tschad (2,95), Mauretanien (2,94) und das arabische Schlusslicht Jemen (2,74). Generell finden sich die meisten zentral- und südafrikanischen Staaten im letzten Drittel. Bester Vertreter des Kontinents sind Mauritius auf dem 45. Platz (4,49 Punkte) und Südafrika (Platz 47, 4,47 Punkte). Dazwischen eingeschoben: Portugal (Platz 46, 4,48 Punkte). Ruanda liegt mit dem 52. Platz ebenfalls recht hoch (4,41).

Indien machte den größten Sprung: Vom 55. auf den 39. Platz (4,31 vs. 4,52 Punkte). Hier brachte die neue Regierung (seit 2014) positiven Wind: Die Verbesserung der Infrastruktur wurde 2014 wieder aufgenommen, als die Regierung öffentliche Investitionen steigerte und Genehmigungsprozesse schneller machte, um private Ressourcen anzuziehen. Auch das Vertrauen in das institutionelle Umfeld stieg wieder, der Finanzmarkt erholte sich etwas, und die Inflation bleibt erst in jüngster Zeit unter dem Ziel von fünf Prozent.

138 Länder untersuchte der Global Competitiveness Report 2016-2017. Er gibt Einblick in die Treiber ihrer Produktivität und ihres Wohlstands. Eigenangaben zufolge ist diese Studie die umfangreichste weltweit zur nationalen Wettbewerbsfähigkeit. Dazu kombiniert sie 114 Indikatoren in 12 Pfeilern: Institutionen, Infrastruktur, makroökonomisches Umfeld, Gesundheit und Basis-Bildung, höhere Bildung und Training, Gütermarkt-Effizienz, Arbeitsmarkt-Effizienz, Entwicklung des Finanzmarkts, Bereitschaft für neue Technologien, Marktgröße, Ausgereiftheit der Wirtschaft sowie Innovation. Jeder dieser Pfeiler ist in drei Sub-Indizes geteilt: Basisanforderungen, Effizienz-Verbesserer sowie Faktoren für Innovation und Ausgereiftheit. Für die Beurteilung der einzelnen Staaten werden lokale und internationale Statistiken kombiniert mit einer WEF-Umfrage unter 14.000 Managern/-innen.

Weitere Informationen