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Die Zahl der in Österreich angesiedelten regionalen Unternehmenszentralen ausländischer Unternehmen nahm seit dem 1.12.2016 geringfügig ab: 11 Headquarters kamen dazu, 7 wurden aufgelöst bzw. restrukturiert, 6 weitere Unternehmen mussten aufgrund von Rechercheergebnissen von der Liste genommen werden. Die Gesamtzahl der Regional Headquarters fiel damit von 380 auf 378 (Stand: 31.12.2017).

Die wichtigsten Veränderungen im abgelaufenen Jahr:

Die global agierende, börsennotierte Investmentbank Alantra verstärkte ihre Präsenz in der DACH-Region und in Zentral- und Osteuropa (CEE) durch die Eröffnung eines Investment Banking-Büros in Wien. Alantra Austria & CEE wird eng mit den Alantra-Niederlassungen in Frankfurt und Zürich zusammenarbeiten, um die Investment-Banking-Services für das mittlere Marktsegment in der DACH-Region auszubauen. Außerdem wird das Wiener Büro lokale und internationale Kunden bei Transaktionen in der CEE Region begleiten.

Amiblu mit Sitz in Klagenfurt ist ein neues Joint Ventures zwischen dem Wietersdorfer Tochterunternehmen Hobas und Amiantit Europe, einem Tochterunternehmen der Saudi Arabian Amiantit Company SAAC. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an Amiblu, das an insgesamt sieben europäischen Standorten über 1.500 MitarbeiterInnen beschäftigt.
Das slowenische Unternehmen Parsek, ein Anbieter von Gesundheitsplattformen, eröffnete ein Büro in Wien und will damit sein Wachstum im deutschsprachigen Raum sowie anderen europäischen Märkten beschleunigen.

Das deutsch-österreichische Joint Venture Vahle Deto eröffnete ein Innovationszentrum in Schwoich bei Kufstein. Der Mutterkonzern Vahle transferierte damit das weltweite Headquarters für Automation nach Tirol.

Black Diamond Equipment, ein weltweit führender Hersteller von Kletter-, Ski- und Bergsportausrüstung sowie Bekleidung verlegte seinen Firmenhauptsitz in Europa von Basel/Schweiz nach Innsbruck/Österreich.

Der deutsche Kekshersteller Griesson-DeBeukelaer steuert seit Ende 2016 von Wien aus 18 Länder Zentral- und Osteuropas (CEE).

Das finnische Unternehmen HMD Global, das die Markenrechte für Nokia-Telefone und Tablets erworben hatte, errichtete in Wien sein Headquarters für Zentral- und Osteuropa.

Durch ausländische Übernahmen wurden weitere österreichische Unternehmen zu regionalen Zentralen: Der ABB-Konzern übernahm Bernecker+Rainer Industrie-Elektronik GmbH (B&R), ein Unternehmen mit Headquarters in Eggelsberg / Oberösterreich und Niederlassungen in 68 Ländern der Welt. Nach Angaben des Konzerns wurde der Hauptsitz von B&R in Eggelsberg das globale Zentrum für Maschinen- und Fabrikautomation von ABB. Die chinesische HNA Group stockte ihren Anteil bei C-Quadrat auf fast 75 Prozent auf und wurde damit neuer Mehrheitseigentümer des von Wien aus operierenden Asset-Management-Unternehmens. Die im chinesischen Eigentum stehende PIA Automation übernahm die M&R Automation GmbH mit Sitz in Grambach bei Graz und insgesamt fünf Standorten in Österreich, Deutschland, Kanada und China. Der Schweizer Pharmakonzern Roche kauft den österreichischen Diabetes-Spezialisten mySugr. Das 2012 gegründete Unternehmen verfügt über Niederlassungen in San Diego (Kalifornien) und Wien und soll ein juristisch unabhängiges Unternehmen bleiben.

Diesen elf Neuzugängen stehen sieben Abgänge gegenüber:

Brenntag verlegte mit 1.1.2017 die Osteuropazentrale nach Warschau. Quintiles änderte mit dem Merger mit IMS Health nicht nur den Namen (IQVIA), auch die Funktion als CEE-Hub wurde nach London transferiert. Ebenfalls nach London ging die Headquarters-Funktion von Mitsubishi Power Systems. Die Niederlassung in Österreich wurde mit Jahresende geschlossen. Tait Communications übersiedelte das regionale Tait Headquarters von Wien nach Cambridge. Von dort wird künftig die Region Vereinigtes Königreich, Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) geleitet. Das Büro in Wien bleibt als Verkaufs- und Dienstleistungsstandort für Taits europäische Aktivitäten bestehen. TotalSoft wurde in Österreich mit Jahresende geschlossen. Die Headquarters-Funktionen werden nun in Frankfurt wahrgenommen. Eli Lilly hat seine in Österreich wahrgenommenen Headquarters-Funktionen in den Jahren 2016 und 2017 auf verschiedene andere Standorte aufgeteilt. Der Österreich-Ableger von Agent Provocateur ging 2017 in Konkurs.

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