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Das Wiener Unternehmen, das zu 64 Prozent der International Petroleum Investment Company (IPIC) of Abu Dhabi und zu 36 Prozent der OMV gehört, will weiter wachsen: Mit dem Joint Venture Borouge sowie zusätzlichen Produktionsstätten.

Borouge ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Boralis und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). 2016 schloss es das Projekt „Borouge 3“ ab: In Ruwais in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird seit dem Start des Werks vernetztes Polyethylen erzeugt, basierend auf der Borealis-Technologie Borlink.

Nun steht die Optimierung von Borouge 1, 2 und 3 auf der Agenda. Ebenfalls geplant ist ein weiterer Polypropylen-Produktionsstandort (PP5). Erfolgt die Genehmigung 2017, dann kann er ab 2020 PP erzeugen.

Zusätzlich konzentriert sich Borouge auf eine verbesserte Nutzung des Rohmaterials, zum Beispiel durch das Cracken von Naphtha oder anderen Bestandteilen und deren Umwandlung in Downstream-Produkte. Das Aufspalten soll in der Anlage „Borouge 4“ passieren. Für diesen geplanten Produktionsstandort will Borouge die Zustimmung der Shareholder einholen. Laut dem Unternehmen wird es das ambitionierteste petrochemische Projekt, das Borealis oder ADNOC bisher unternahmen.

Ebenfalls 2017 steht eine Machbarkeitsstudie für die Melaminproduktion in Algerien auf der Agenda. Nach ihrem Abschluss soll im selben Jahr auch die Investitions-Entscheidung fallen. Das entsprechende Memorandum of Understanding unterzeichneten Asmidal und Borealis im November 2016. Melamin dient als Basis für Chemikalien und Dünger. Bereits jetzt ist der österreichische Konzern der zweitgrößte Melamin-Produzent Europas.

Eine weitere Machbarkeitsstudie prüft eine Anlage zur Dehydrierung von Propan (PDH) in Belgien. Angesiedelt würde sie an der weltgrößten Borealis-Produktionsstätte im belgischen Kallo. Im dritten Quartal 2018 soll die finale Investitionsentscheidung fallen. Darauf folgend ist der Betriebsstart in der zweiten Hälfte 2021 geplant. Rund 740 Kilotonnen könnten hier jährlich erzeugt werden, was das geplante Werk zu einem der größten und effizientesten weltweit machen würde.

2016 steigerte Borealis den Netto-Profit auf das Rekordergebnis von EUR 1,107 Milliarden (2015: EUR 0,988 Milliarden). 2017 erwartet das Management ein niedrigeres Ergebnis. Ein Grund dafür sind zusätzliche Kapazitäten bei der nordamerikanischen Konkurrenz, die in diesem Jahr anlaufen werden. Das Unternehmen setzt weiterhin auf azyklische Investitionen wie bei Borouge 3. Zusätzlich steht der Turnaround in einigen Bereichen auf der Agenda. Fünf Standorte sind hier involviert.

In Wien ist das Headquarters des Unternehmens angesiedelt. Es lenkt rund 6.600 Mitarbeiter, die 2016 EUR 7,2 Milliarden Umsatz in mehr als 120 Ländern erwirtschafteten.