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Einer WIFO-Studie zufolge kritisieren die Unternehmen Hürden bei der Steuererhebung und der Arbeitsplatzregulierung.

47 Prozent aller befragten Unternehmen sind mit dem Verwaltungsaufwand rund um die Arbeitssicherheit und mit der Arbeitsplatzregulierung “unzufrieden” oder “sehr unzufrieden”. Die behördlichen Abläufe bei der Steuererhebung und Steuerprüfung kritisieren 43 Prozent. 24 Prozent finden auch die Ausschreibungen öffentlicher Vergaben keineswegs ideal.

Gelobt werden die staatlichen Leistungen beim Import und Export von Gütern und Anlagen. Damit sind 47 Prozent „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, nur 11 Prozent äußerten sich negativ. Positiv ist das Bild auch bei Patentverfahren, Forschungsförderung und der Zulassung von Produkten.

Unterschiedlichste Erfahrungen machten die Befragten mit den Behördenwegen am AMS und staatlichen Leistungen (etwa Zuschüssen) bei der Einstellung neuer Mitarbeiter/-innen: 30 Prozent sind (sehr) unzufrieden, 22 Prozent (sehr) zufrieden.

Laut WIFO kritisieren die Unternehmen weniger Ineffizienzen der Verwaltung als vielmehr die Regulierungsbefolgungskosten. 58 Prozent fordern, dass künftige Regulierungen besser vorhersehbar sein sollten.

Für die Standort-Sicherung wünschen sich 92 Prozent der Unternehmer eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts. 88 fordern die Senkung der Steuer- und Abgabenquote. Gleichzeitig befürworten 67 Prozent die Entlastung des Faktors Arbeit, die durch eine Verschiebung der Steuerbelastung gegenfinanziert wird. Verbesserungen im Bildungsbereich erachten 82 Prozent als notwendig.

Gleichzeitig veröffentlichte das WIFO die Aussage, dass 15 Prozent der heimischen Industrieunternehmen in den kommenden fünf Jahren Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagern wollen. Allerdings, so Studienautor Werner Hölzl gegenüber Medien, sind nicht nur die geringeren Löhne im Ausland ausschlaggebend. Die Produktionsverlagerung kann auch ein Zeichen von Wachstum sein. Dann ersetzen die Unternehmen Exporte durch Fertigung in den Zielländern. Gleichzeitig würden in Österreich neue Jobs entstehen, etwa bei Forschung und Entwicklung oder der Fertigung spezialisierter Komponenten.

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) befragte für seine Studie mehr als 300 der größten hierzulande tätigen Industrieunternehmen.

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