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Manuel Erkan Bräuhofer 

Im Durschnitt des Jahres 2016 lebten 1.898.000 Personen mit Migrationshintergrund in Österreich. Globalisierung, Migration, Zuwanderung, Flucht und auch Expatriates tragen dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft kontinuierlich verändert. Diese Realität stellt vielfältige (neue) Anforderungen an die Gesellschaft aber auch an Unternehmen und ihre MitarbeiterInnen.

Die ethnische und kulturell-religiöse Heterogenität unserer Gesellschaft und damit die Kontakte zwischen Menschen mit unterschiedlichen Werten und Normen nehmen unweigerlich zu und es bedarf umfangreicher Kompetenzen und Strategien.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Vielfalt. In den vergangenen Jahren belegen immer mehr wissenschaftliche Studien, dass kulturelle Diversität einen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor darstellt. Welche Vorteile das sind und wie Unterschiede nutzstiftend und gewinnbringend eingesetzt werden können, ist Thema dieses Artikels.

  • Zugang zu zukünftigen Fach- & Führungskräften
    Employer Branding ist in aller Munde und sowohl Unternehmen als auch Organisationen setzten alles daran, ihr Image als attraktiver Arbeitgeber zu verbessern. Unternehmen mit einer starken Arbeitgebermarke haben bessere Wettbewerbsbedingungen im Recruiting. Im Hinblick auf die zunehmenden gesellschaftlichen Veränderungen hinsichtlich Migration und Generationenwechsel sind neben kulturfairen und transparenten Personalprozessen auch neue Wege der Kommunikation notwendig.
  • Flexibel & innovativ
    Gemischte Teams reagieren auf neue Herausforderungen in den meisten Fällen flexibler als ihre homogenen Pendants.  Vielfältig zusammengesetzte Belegschaften sind aber nicht nur flexibler, sondern bringen durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Zugänge neue und kreative Problemlösungsansätze hervor. Dies führt in der Regel zu effizienteren Prozessen und innovativeren Lösungen. Im internationalen Wettbewerb kann dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
  • Effektivität trifft diskriminierungsfreie Motivation
    Eine motivierte Belegschaft ist deutlich effektiver und leistungsfähiger als eine unzufriedene. Individuelle Wertschätzung, die Berücksichtigung spezifischer Anliegen und gelungene Integration aller MitarbeiterInnen sind Faktoren für eine Steigerung der Motivation und Zufriedenheit. Alleine dadurch können Konflikte und Diskriminierungen deutlich verringert werden. Dies wiederum führt dazu, dass es weniger Klagen aufgrund von Diskriminierungen gibt und dadurch weniger direkte Kosten (Gericht, Anwälte etc.) als auch indirekte Kosten (Demotivation, Konflikte etc.) entstehen.
  • Besserer Zugang zu vielfältigen KundInnen
    Nicht nur die MitarbeiterInnen werden vielfältiger, sondern auch die Kunden werden zunehmend heterogener und vielfältiger in Ihren individuellen Bedürfnissen. Eine gemischtzusammengesetzte Belegschaft nimmt diese Anforderungen proaktiv auf und passt die Dienstleistungen und Produkte an diese Bedürfnisse an. So werden einerseits neue und vor allem passgenaue Produkte entwickelt, die den Anforderungen entsprechen, und andererseits können neue Märkte und Zielgruppen (z.B. durch Ethnomarketing etc.) erschlossen werden.
  • Steigerung des Images
    KonsumentInnen wollen heute mehr denn je wissen, was und vor allem bei wem sie kaufen. Das allgemeine Interesse der Bevölkerung am Verhalten von Unternehmen in den Bereichen Ökologie, Ethik, Soziales und Wirtschaft ist so hoch wie noch nie. Durch aktives Diversity-Management und eine gezielte Förderung von kultureller Vielfalt, können Unternehmen ihr Image steigern und eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt unterstützen.

Die oben genannten Punkte stellen eine zusammengefasste Übersicht über die wirtschaftlichen Vorteile von kultureller Vielfalt für Unternehmen dar. Unabhängig der genannten wirtschaftlichen Vorteile ist ein positiver Umgang mit Vielfalt unumgänglich. Unternehmen, die in einem interkulturellen Umfeld agieren oder sogar international tätig sind, haben, ob sie wollen oder nicht, in zunehmendem Maße mit einer wachsenden Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Werteinstellungen zu tun. Dies gilt für ihr Handeln nach innen wie nach außen.

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